Dienstag, 22. November 2011

Aktion Saubere Hände

Wo bleibt die Aktion "Saubere Fläche"?
Die Aktion "Saubere Hände" ist eine nationale Kampagne zur Verbesserung der Compliance der Händedesinfektion in deutschen Gesundheitseinrichtungen wie etwa Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen und Kliniken. Je nach Grad der flächendeckenden Umsetzung (orientiert am Verbrauch von Händedesinfektionsmittel) kann eine Einrichtung mit Gold, Silber oder Bronze ausgezeichnet werden. Alle Maßnahmen zur hygienischen Hände-Desinfektion haben - das steht außer Frage - höchste Bedeutung im täglichen Hygienemanagement.

Bei der Vermeidung von "Gesundheitswesen-assoziierten Infektionen" wird in der gängigen Hygiene-Literatur, auf Fachkongressen und der täglichen Praxis der Krankenhaushygiene fast ausschließlich das Thema "Händedesinfektion" behandelt. Dieser Fokus erscheint äußerst einseitig und in diesem Aumaß nicht nachvollziehbar. Dabei wurde in wissenschaftlichen Untersuchungen bereits vielfach die Korrelation von Handhygiene und Flächendesinfektion aufgezeigt. Kurz gesagt, beides muss gemeinsam und nicht isoliert voneinander betrachtet und verbessert werden.

Man stellt sich nun die Frage, wie es um die Raum- und Flächendesinfektion in Einrichtungen des Gesundheitswesens bestellt ist?

Neueste Erkenntnisse zeigen, dass auch die Flächendesinfektion bei der Prävention nosokomialer Infektionen eine bedeutende Rolle spielt. So zeigten beispielsweise Shiomori et al., dass es nach dem Bettenmachen zu einer flächendeckenden Kontamination des Umfeldes mit MRSA insbesondere auf Flächen mit häufigem Hand- und Hautkontakt kommt. Auch meinungsbildende Experten für Krankenhaushygiene wie Dr. Klaus-Dieter Zastrow vertreten die Meinung, dass der Flächendesinfektion in Krankenhäusern eine besondere Bedeutung zukommt.

Häufig erfährt man auch in persönlichen Gesprächen mit Hygiene-Verantwortlichen in Gesundheitseinrichtungen: "Nein, wir haben keinerlei Hygiene-Probleme und MRSA hatten wir noch nie." Auch in diesem Kontext kann man sich wieder eine Frage stellen: "Woher stammen all die in den Medien, aber auch in Expertenberichten beschriebenen Todesopfer und Infektionsraten in deutschen Krankenhäusern?"

Gleichzeitig schmücken sich Krankenhäuser und Kliniken selbst gerne mit den höchsten Hygienestandards. Doch worauf basieren diese selbstverständlichen Selbst-Auszeichnungen, etwa auf simpler Händehygiene oder gar Scheuer-Wisch-Desinfektionen mit Aldehyden?

Der nachweislich höchste Hygienestandard ist - das beweisen namhafte Hygiene-Experten, Mikrobiologen und Virologen nun schon seit Jahren - mit der lückenlosen, staubbindenden Raumdekontamination auf Wasserstoffperoxid-Basis zu erreichen. Deutsche Krankenhäuser jedoch ignorieren bislang dieses mikrobiologisch-geprüfte und anwenderfreundliche Desinfektionsverfahren - und das auf Kosten des Mitarbeiter-und Patientenschutzes.

Die Kampagne "Aktion Saubere Hände" ist eine absolut unterstützenswerte Initiative zur Verbesserung der Mitarbeiter-, Besucher- und Patientensicherheit. Auf www.aktion-sauberehaende.de steht die Händehygiene unter dem Motto "Keine Chance den Krankenhausinfektionen". Dieses Motto ist zwar gut gemeint, aber ohne Unterstützung der Händehygiene durch wirksame Maßnahmen der Raum- und Flächenhygiene wohl eher suboptimal bzw. nicht flächendeckend.

Doch: Warum gibt es in diesem Zusammenhang keine "Aktion Saubere Fläche" oder gar "Aktion Saubere Raumluft"? Etwa nur, weil die Infektionsraten über den Übertragungsweg Hände höher sind?

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