Montag, 1. Oktober 2012

Infektionsparadies Krankenhaus

Warum die Krankenhaushygiene in Deutschland so katastrophal ist

                                Desinfektion von Patientenzimmern: Ein Fremdwort


Hygiene in Krankenhäusern: Ein hausgemachtes Problem

Die schwerwiegenden Hygieneprobleme in deutschen Kliniken und Krankenhäusern sind ein hausgemachtes Problem. So ist es kein Wunder, dass Sepsis die dritthäufigste Todesursache darstellt.

Gerade aber mit Hinblick auf das Antibiotika-Versagen werden Hygienemaßnahmen wie die Händedesinfektion und die Flächendesinfektion immer wichtiger, zeitintensiver, teurer und anspruchsvoller.

Weiterhin mangelhafte Hygiene trotz neuem Infektionsschutzgesetz (IfSG)

Trotz neuem Infektionsschutzgesetz spielt die große Masse an Krankenhäusern völlig verantwortungslos mit dem Leben von Patienten. Laut einem FAZ-Bericht vom 12.09.2012 werden so fehlende Desinfektionsmaßnahmen wie folgt begründet: Zeitmangel, Unwissenheit und Ignoranz.

Keiner dieser banalen "Gründe" ist nachvollziehbar und widerspricht jeglichem, gesunden Menschenverstand. Gerade der letztgenannte Grund "Ignoranz" zeigt, dass Krankenhäuser ihr Geld mit kranken Patienten verdienen...Warum also sollten Krankenhäuser desinfizieren, wenn Sie doch eh keine Zeit haben und ihr Geld ohnehin mit Krankheiten verdienen?!

Krankenhaushygiene: Händedesinfektion alleine nicht ausreichend

Händedesinfektionsspender stehen trotz der gutgemeinten Aktion "Saubere Hände" meist nur als verstaubende Zeitzeugen an den Wänden. Nun, immerhin befasst man sich zumindest mit der Händedesinfektion in Krankenhäusern...ganz zu schweigen von der Flächendesinfektion.

Es ist leider Hygienealltag in Kliniken, dass nicht einmal patientennahe Flächen regelmäßig wischdesinfiziert werden. Weitere schwerwiegende Hygienemängel in vielen Kliniken sind u.a. die Präsenz von Naturpflanzen, die Bettenaufbereitung auf Gängen zwischen Tür und Angel, das Nicht-Wechseln von Einmal-Handschuhen sowie der hygienische Leichtsinn von Ärzten, die es eigentlich besser wissen müssten.

Hygienekommissionen und verantwortliches Personal sind in der Bring-Schuld

Aber auch in Kliniken stinkt der Fisch vom Kopf her. Die mangelhaft bis gar nicht geschulten Reinigungskräfte hier ins Kreuzfeuer zu nehmen wäre wohl nicht der richtige Schritt.

In der Pflicht bzw. Bringschuld sind hier eindeutig Gremien wie die Hygienekommission und Personen wie Krankenhaushygieniker, Hygienefachkräfte, Desinfektoren, aber auch wirtschaftliche Entscheider wie Einkäufer und Klinikleitungen. Nur über den Weg von oben nach unten kann zeitgemäße Hygiene heruntergebrochen werden.

Mangelndes Hygienewissen spiegelt sich in Desinfektionsmaßnahmen wieder

Woher aber soll das Hygienewissen kommen, wenn bereits im Arztstudium Hygiene kaum gelehrt und wenig wertgeschätzt wird? Ja, die Wurzel allen hygienischen Übels liegt zum großen Teil schon in der Ausbildung.

Abschließend sei angemerkt, dass all die beängstigenden Infektionsstatistiken (Stichwort "Nosokomiale Infektionen") aus Klinken, vom Robert-Koch-Institut oder anderen Einrichtungen zwar hilfreich sind, aber wirkliche Lösungen diese unseligen Infektionszahlen zu reduzieren, sind Mangelware.

Praktische Hygiene-Innovationen werden eiskalt ignoriert

Innovative, klinisch-vielfach geprüfte und praktisch in anderen Bereichen bewährte Hygienemaßnahmen werden schlicht und weg einfach ausgeblendet und eiskalt ignoriert. Auch hier ist letztlich der Patient der Verlierer, denn er hat nicht einmal eine Lobby, um gegen solche alltäglichen Hygieneskandale vorzugehen.

Selig der, welcher nicht im Krankenhaus oder auf Intensivstationen landet, denn auf unterbesetztes und häufig überfordertes Klinik-Personal kann er in Sachen "Hygiene" nicht wirklich hoffen.

Kulturwandel im Bereich der Hygiene ist Wunschdenken

Auch wenn einige, vornehmlich jüngere Ärzte Hygienemängeln den Kampf ansagen...ein radikaler Kulturwandel im Bereich der Hygiene ist bedauerlicherweise nicht abzusehen - und dies obwohl es Hygieneveranstaltungen und Kongresse wie Sand am Meer gibt. Geredet wird viel - umgesetzt wird fast nichts Sinnvolles und Zielführendes.

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