Montag, 27. April 2015

Was tun bei Gerüchen in Räumen?

Was tun bei lästigen Gerüchen?

Was tun gegen Gerüche
© [Kristin Gründler  #47042764] / Fotolia.com

Gerüche sind überall. Angenehme Gerüche sind eng mit unseren Gefühlen und sogar Erinnerungen verbunden, unangenehme Gerüche hingegen sind ein Warnhinweis und schützen uns vor Krankheiten und Gefahrenquellen. 

Gerüche sind flüchtige organische Verbindungen (VOCs – volatile organic compounds). VOCs sind Verbindungen, die sich wegen ihres niedrigen Siedepunktes und ihres hohen Dampfdrucks schnell verflüchtigen. Beispiele für VOCs sind:

  • Kohlenwasserstoffe,
  • Aldehyde,
  • Alkohole,
  • und organische Säuren.

Der Mensch als Quelle von VOCs und somit auch von Gerüchen, verursacht eine Freisetzung durch beispielsweise Lösungsmittel, den Straßenverkehr, das Rauchen von Tabak, sowie den menschlichen Stoffwechsel selbst. Unterschieden wird auch von flüchtigen Gasen in der Atmosphäre und in der Innenraumluft. Ausgasungen von Kunststoffen oder Baustoffen und Teppichen und Möbeln sind Quellen für VOCs in der Raumluft.

Was aber tun, wenn fiese Gerüche zur Belästigung werden?

Durch eine Belastung der Innenraumluft durch organisch flüchtige Verbindungen können Studien zufolge, Menschen dauerhaft daran erkranken. VOCs können unter anderem Allergien, Kopfschmerzen und Reizungen der Atemwege auslösen.

Durch Verneblungseinsätze mit Desinfektionsmitteln wie Wasserstoffperoxid, oder aus einem auf Guanidinbasis entwickelten Polymer, werden neben der Desinfektion, ebenfalls lästige Gerüche vollständig neutralisiert. Wasserstoffperoxid wirkt dabei oxidierend auf die organischen Verbindungen und dabei gleichzeitig desinfizierend. Das Polymer auf Guanidinbasis bekämpft Geruchsmoleküle physikalisch. Dabei bindet es sich an Zellwände und Membrane, als Ergebnis zerfällt das organische Material.

Freitag, 6. März 2015

Wie funktioniert eine umweltfreundliche Oberflächendesinfektion auf Wasserbasis?

ECA Elektrochemische Aktivierung

Basierend auf dem ECA-Verfahren (Elektrochemische Aktivierung) gibt es ein neues Verfahren zur Umweltfreundlichen Desinfektion auf Wasserbasis.

Das Prinzip des Desinfektionsverfahrens durch  elektrochemische Aktivierung

Das Prinzip der Elektrochemischen Aktivierung stützt sich auf die Elektrolyse. Dabei wird eine NaCl (Natriumchlorid – Kochsalz)-Lösung als Ausgangslösung angenommen. Die Elektrodenkammern (Anode und Kathode) sind durch eine selektive Membran voneinander geteilt, somit entstehen beim Anlegen von elektrischem Strom zwei sich ergänzende Lösungen, ein Anolyt und ein Katholyt. Das Anolyt besitzt ein hohes Redoxpotenzial und kann in einem saurem pH-Bereich (AEW) oder in einem neutralem pH-Bereich (NEW) erzeugt werden. Das Katholyt, welches durch die Kathode erzeugt wird, ist basisch.

Eine elektrochemisch Aktivierte Lösung wirkt destruktiv auf Keime, das heißt, dass sie durch den Wirkstoff zerstört werden, in diesem Fall wird beispielsweise eine Bakterienzelle oxidiert und stirbt ab.

Anwendungsgebiete für das ECA-Verfahren 

In folgenden Bereichen findet das ECA-Verfahren bereits Anwendung:

  • In-Process-Dekontaminationen 
  • Desinfektion von Oberflächen 
  • Betriebswasserbehandlung 
  • Packmittel-Desinfektion 
  • Brau- und Getränkeindustrie 
  • Einsatz bei Zahnärzten 
  • Lebensmittelindustrie 
  • Landwirtschaft 
  • Tiermedizin 

Vor- und Nachteile von ECA-Wasser 

Ein Nachteil von elektrochemisch aktiviertem Wasser ist die Haltbarkeit. Proteine können den Desinfektionseffekt verringern und eine Lösung muss für einen gleichbleibenden desinfizierenden Effekt regelmäßig erneuert werden. Zudem wirkt das enthaltende Chlor korrosiv auf Materialien. Als Vorteile sind zu nennen:

  • Schonung der Umwelt, 
  • Hautverträglichkeit, 
  • keine Transport und Lagerprobleme, da Vor-Ort-Herstellung 
  • und die geringeren Betriebskosten der Anlagen.

Mittwoch, 11. Februar 2015

Wie hygienisch sind Türgriffe wirklich?

Hygienische Türgriffe : Wie hygienisch oder unhygienisch sind Türgriffe?

Wie hygienisch sind Türgriffe

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden 80 Prozent aller Infektionskrankheiten über die Hände übertragen. Ein neuartiger hygienischer Türgriff soll helfen, das Infektionsrisiko zu minimieren.

Augenöffnende Studie über die Verbreitung von Viren über Türgriffe

An der Universität Arizona wurde in einer Studie untersucht, wie schnell sich Viren innerhalb eines Gebäudes alleine durch die Benutzung von Türgriffen verbreiten. Ein Testvirus, ähnlich dem Norovirus, wurde dazu an einer zentral gelegenen Türklinke aufgebracht. Schon nach einer Zeitspanne von 2-4 Stunden waren 40 bis 60 Prozent der Mitarbeiter und Besucher kontaminiert und das Testvirus ließ sich auf vielen Treppengeländern, Lichtschaltern und Geräten nachweisen.

 Mnaglehafte Händehygiene: Jeder Dritte „vergisst“ das Händewaschen 

Somit lässt sich anschaulich erkennen, wie wichtig die richtig Händehygiene ist. Dennoch fand man in einer Studie der Global Public-Private Partnership for Handwashing with Soap heraus, dass bis zu einem Drittel der Toilettenbenutzer das Händewaschen einfach übergehen. Neuartige Ideen, wie beispielsweise ein Türgriff, der nach jeder Benutzung mit einer frischen Hygienefolie überzogen wird, sollen helfen die Kontamination von Türgriffen und damit weiteren signifikanten Stellen in Hygienischen Einrichtungen, einzudämmen.

Montag, 19. Januar 2015

Der Kampf gegen Keime mit Elektronenstrahlung

Mit Elektronenstrahlung gegen Keime: Wie soll das funktionieren? 

Strahlensterilisation
Neben der Strahlensterilisation mit Gammastrahlern, wird mittlerweile auch Elektronenstrahlung (sogenannte Betastrahlung) erfolgreich aus Beschleunigeranlagen zur Sterilisation verwendet.

Die Bestrahlung mit beschleunigten Elektronen kann Materialien mit schwierigen Geometrien durchdringen und ist in Sekunden abgeschlossen. Dadurch sinkt die Gefahr der Materialschäden und das Sterilisations-Gut kann in der Transportverpackung bestrahlt werden. Tiefgefrorene, oder thermolabile Produkte lassen sich durch die Betabestrahlung sicher sterilisieren.

Anwendung der Elektronenstrahlsterilisation

Die Elektronenstrahlsterilisation wird beispielsweise angewendet bei


Wie funktioniert die Sterilisation mit Elektronen? 

Die aus einer Elektronenquelle stammenden Elektronen werden entweder in gekrümmten Bahnen (Rhodotron), oder in einem elektromagnetischen Feld linear beschleunigt und anschließend auf das zu sterilisierende Gut gelenkt. Das Eindringvermögen des Betastrahlers liegt bei einigen Mikrometern bis zu einem halben Meter. Das Eindringvermögen steht im Zusammenhang mit der Elektronenenergie zum Flächengewicht.

Montag, 22. Dezember 2014

Multiresistente Erreger in Pflegeeinrichtungen

Multiresistente Erreger in Langzeitpflegeeinrichtungen 

Hygieneplan Langzeitpflege

Pflegeheime, Alterswohnheime oder Einrichtungen mit einer Spezialisierung für Demenzerkrankungen fallen unter den Begriff der Langzeitpflegeeinrichtungen. Immer häufiger hat das Personal mit Ausbrüchen von multiresistenten Erregern zu kämpfen, welche durch den häufigen Transfer von Patienten zwischen Akutkrankenhäusern und Pflegeeinrichtungen resultiert.

Eine weitere Unterscheidung der Einrichtungen stellen die finanziellen Mittel dar. Daher differieren die Qualifikation und der Personalbestand und führt zu weniger hygienisch geschultem Personal als in bspw. Akutkrankenhäusern. Aufgrund des hohen Alters der Patienten und somit schlechteren Immunabwehr, sind Bewohner von Langzeitpflegeeinrichtungen vermehrt von Infektionen mit Multiresistenten Erregern (MRE) betroffen.

Empfehlungen zur Bekämpfung multiresistenter Keime 

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt:

  • Erstellung eines Hygieneplans, 
  • Surveillance der MRE 
  • und die Anstellung von Hygienepersonal 


Zusätzlich findet eine Unterscheidung bei der Behandlung von MRE-tragenden Patienten zwischen Bewohnern mit und ohne Infektionsrisiko statt.

Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) gibt eine weitere Empfehlung aus. Der sog. "Maßnahmenplan für MRSA in Gesundheitseinrichtungen" empfiehlt eine Unterbringung von betroffenen Patienten in Einzelzimmern, wenn diese Wunden oder schuppende Dermatosen aufweisen, oder invasive Zugänge und eine tracheale Besiedlung bei Tracheostoma nachgewiesen werden kann. Außer in einem akuten Ausbruchsfall wird von der Isolation der Patienten abgeraten. Studien zufolge stellt die Isolation der Patentien eher einen großen Stressfaktor dar. Der Schwerpunkt liegt bei beiden Empfehlungen bei der strikten Einhaltung der Standardhygiene. Als einer der wichtigsten Inhalte gilt nach wie vor die Händehygiene.

Daher sind regelmäßige Schulungen, praktische Anleitungen und eine regelmäßige Überprüfung der Händehygienecompliance wichtige Mittel, um einer Übertragung innerhalb der Einrichtung vorzubeugen.

Freitag, 28. November 2014

Spezielle Wischmop-Bezüge für den Einsatz in definierten Reinheitsklassen

Welche Wischmop-Bezüge sollten im Reinraum zum Einsatz kommen?

Wischmop Bezüge

Handelsübliche Wischmoppbezüge sind nicht für den Reinraum qualifiziert, sondern wurden für die Bedürfnisse der Gebäudereinigung konzipiert. Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) bietet daher eine Zertifizierung gemäß der Regelwerke an, damit Spezialmoppbezüge auch in sensiblen Bereichen wie Reinräumen eingesetzt werden können. Haupteinsatzzweck eines Moppbezugs ist die Abreinigung von Kontaminationen und das Aufbringen von Desinfektionsmitteln. Somit ist die Qualifizierung eines Moppbezugs von großer Bedeutung. Beispiel hierfür ist die Überprüfung der Reinigungseffizienz gemäß VDI-Richtlinie 2083 Blatt 17 und ISO14644-9. Zur Überprüfung stehen die Reinheit der Moppbezüge (keine Quelle von Partikeln und Keimen) und auch die Materialverträglichkeit mit den verschieden eingesetzten Desinfektionsmittelwirkstoffen muss gewährleistet sein. Zu erkennen sind zertifizierte Wischmoppbezüge an dem Zertifikat "Testet Device" des Fraunhofer-Instituts IPA.

Montag, 3. November 2014

Zuverlässige Reinraumbekleidung: Der Mensch im Reinraum

Der Mensch im Reinraum - Anforderungen an sichere Reinraumbekleidung 

Reinraumbekleidung Anforderungen

Trotz hohem Automatisierungsgrad in der Reinraumtechnik, sind viele Fertigungen ohne den Menschen noch nicht vorstellbar. 

Der Faktor "Mensch" zählt immer noch zu den höchsten Kontaminationsquellen im Reinraum. Daher ist es unabdingbar die passende Reinraumbekleidung zu finden. Wichtige Einflussfaktoren dabei sind zudem Tragekomfort und Mitarbeiterakzeptanz, sowie indirekte Aspekte wie Mitarbeitermotivation, Effizienz, Konzentrationsfähigkeit.

Eine Unterscheidung ist zwischen Isolatoren oder Reinräumen zu machen. Wenn das zu schützende Produkt hermetisch abgeriegelt ist, spielen eher Faktoren wie etwa Tragekomfort und Langlebigkeit eine Rolle. Aber Betreiber solcher Anlagen müssen sich zwangsläufig auch Gedanken um den "worst case" machen: Was ist zu beachten, wenn das geschlossene System aufgrund eines Vorfalles geöffnet werden muss?

Gibt es eine Klassifizierung von Reinraumbekleidung? 

Die vermeintlich einfache Definition nach ISO 5-Overall oder ISO 7-Kittel ist so in der Praxis nicht anwendbar, da sich ISO 5 und ISO 7 eher auf die Luftreinheitsklassen beziehen. Somit können sie nicht äquivalent auf Kleidung, Handschuhe oder Tücher übertragen werden. Der Prozess sollte bestimmen, welche Anforderungen an die Reinraumkleidung gestellt wird. Solche Reinraumrelevante Anforderungen könnten sein:

  • Partikelrückhaltevermögen, 
  • Abriebfestigkeit, 
  • Antistatik/ ESD-Eigenschaften, 
  • Atmungsaktivität, 
  • antimikrobiologische Ausrüstung. 


Die VDI-Richtlinie 2083 Blatt 9.2 bietet hier eine Anlaufstelle für Reinraumbekleidung und gilt für alle Verbrauchsmaterialien, die im reinheitstechnisch kontrollierten Bereichen eingesetzt werden.

Personen- oder Produktschutz? Die Rolle als Persönliche Schutzausrüstung (PSA) 

In Bereichen, in denen mit für den Menschen toxischen Stoffen gearbeitet wird, wie beispielsweise in der pharmazeutischen Industrie oder Apotheken, muss die Reinraumbekleidung auch verschiedene Aspekte der PSA abdecken. Hier stellt sich aber auch die Frage nach der Priorität der PSA oder der hohen Kontaminationsgefahr durch den Menschen. Es ist aus Anwendersicht daher wichtig, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen und mit dem Hersteller oder Dienstleister in einen Dialog zu treten, inwiefern Aspekte der Persönliche Schutzausrüstung von Bedeutung und umsetzbar sind. Ebenfalls müssen bei Einwegslösungen die reinraumtechnischen Eigenschaften erfragt werden.

Tragekomfort und Passform von Reinraumbekleidung

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die vorhandenen Größen einer Reinraumausrüstung. Die Entwicklung am Markt zeigt auf, dass immer mehr individuelle Sondergrößen benötigt werden. Vor einigen Jahren lag der Prozentsatz der Sondergrößen noch bei 1-2 %, so sind es mittlerweile über 5%. Eine Maßanfertigung ist mit nicht unerheblichen Kosten verbunden, aber andererseits können Personen, für die es keine Standardlösung gibt, nicht aus dem Reinraumbetrieb ausgeschlossen werden.

Die Mitarbeiterakzeptanz durch Tragkomfort ist auch nicht wegzudenken. Studien zufolge, hängt der Tragekomfort mit der Effektivität, bzw. der Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter eng zusammen, was somit zu einer Fehlerhäufigkeit kommen kann.

Funktionalität, oder Design von Reinraumbekleidung? 

Die Funktionalität soll im Vordergrund stehen, aber das Design, bzw. die Handhabbarkeit muss ausreichend abgedeckt sein. Um Zeit zu sparen und andererseits Risiken zu minimieren, sollen Ankleideprozeduren vereinfacht werden und andere Entwicklungen unterstützen die geforderten Schutzfunktionen. Ein Beispiel ist ein Schuh-im-Schuh-System, welches die bisher vorhandene Kombination Reinnraumschuh mit Überziehstiefel ersetzen könnte.