Montag, 3. November 2014

Zuverlässige Reinraumbekleidung: Der Mensch im Reinraum

Der Mensch im Reinraum - Anforderungen an sichere Reinraumbekleidung 

Reinraumbekleidung Anforderungen

Trotz hohem Automatisierungsgrad in der Reinraumtechnik, sind viele Fertigungen ohne den Menschen noch nicht vorstellbar. 

Der Faktor "Mensch" zählt immer noch zu den höchsten Kontaminationsquellen im Reinraum. Daher ist es unabdingbar die passende Reinraumbekleidung zu finden. Wichtige Einflussfaktoren dabei sind zudem Tragekomfort und Mitarbeiterakzeptanz, sowie indirekte Aspekte wie Mitarbeitermotivation, Effizienz, Konzentrationsfähigkeit.

Eine Unterscheidung ist zwischen Isolatoren oder Reinräumen zu machen. Wenn das zu schützende Produkt hermetisch abgeriegelt ist, spielen eher Faktoren wie etwa Tragekomfort und Langlebigkeit eine Rolle. Aber Betreiber solcher Anlagen müssen sich zwangsläufig auch Gedanken um den "worst case" machen: Was ist zu beachten, wenn das geschlossene System aufgrund eines Vorfalles geöffnet werden muss?

Gibt es eine Klassifizierung von Reinraumbekleidung? 

Die vermeintlich einfache Definition nach ISO 5-Overall oder ISO 7-Kittel ist so in der Praxis nicht anwendbar, da sich ISO 5 und ISO 7 eher auf die Luftreinheitsklassen beziehen. Somit können sie nicht äquivalent auf Kleidung, Handschuhe oder Tücher übertragen werden. Der Prozess sollte bestimmen, welche Anforderungen an die Reinraumkleidung gestellt wird. Solche Reinraumrelevante Anforderungen könnten sein:

  • Partikelrückhaltevermögen, 
  • Abriebfestigkeit, 
  • Antistatik/ ESD-Eigenschaften, 
  • Atmungsaktivität, 
  • antimikrobiologische Ausrüstung. 


Die VDI-Richtlinie 2083 Blatt 9.2 bietet hier eine Anlaufstelle für Reinraumbekleidung und gilt für alle Verbrauchsmaterialien, die im reinheitstechnisch kontrollierten Bereichen eingesetzt werden.

Personen- oder Produktschutz? Die Rolle als Persönliche Schutzausrüstung (PSA) 

In Bereichen, in denen mit für den Menschen toxischen Stoffen gearbeitet wird, wie beispielsweise in der pharmazeutischen Industrie oder Apotheken, muss die Reinraumbekleidung auch verschiedene Aspekte der PSA abdecken. Hier stellt sich aber auch die Frage nach der Priorität der PSA oder der hohen Kontaminationsgefahr durch den Menschen. Es ist aus Anwendersicht daher wichtig, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen und mit dem Hersteller oder Dienstleister in einen Dialog zu treten, inwiefern Aspekte der Persönliche Schutzausrüstung von Bedeutung und umsetzbar sind. Ebenfalls müssen bei Einwegslösungen die reinraumtechnischen Eigenschaften erfragt werden.

Tragekomfort und Passform von Reinraumbekleidung

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die vorhandenen Größen einer Reinraumausrüstung. Die Entwicklung am Markt zeigt auf, dass immer mehr individuelle Sondergrößen benötigt werden. Vor einigen Jahren lag der Prozentsatz der Sondergrößen noch bei 1-2 %, so sind es mittlerweile über 5%. Eine Maßanfertigung ist mit nicht unerheblichen Kosten verbunden, aber andererseits können Personen, für die es keine Standardlösung gibt, nicht aus dem Reinraumbetrieb ausgeschlossen werden.

Die Mitarbeiterakzeptanz durch Tragkomfort ist auch nicht wegzudenken. Studien zufolge, hängt der Tragekomfort mit der Effektivität, bzw. der Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter eng zusammen, was somit zu einer Fehlerhäufigkeit kommen kann.

Funktionalität, oder Design von Reinraumbekleidung? 

Die Funktionalität soll im Vordergrund stehen, aber das Design, bzw. die Handhabbarkeit muss ausreichend abgedeckt sein. Um Zeit zu sparen und andererseits Risiken zu minimieren, sollen Ankleideprozeduren vereinfacht werden und andere Entwicklungen unterstützen die geforderten Schutzfunktionen. Ein Beispiel ist ein Schuh-im-Schuh-System, welches die bisher vorhandene Kombination Reinnraumschuh mit Überziehstiefel ersetzen könnte.

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