Donnerstag, 11. Juni 2015

Ebola - Reinraumtechnik im Fokus

Ebola - Reinraumtechnik im Fokus
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Am 23. März 2014 verkündete die WHO (Weltgesundheitsorganisation) einen Ausbruch von Ebola in Guinea. Im Dezember 2013 hatte im Südosten von Guinea ein zweijähriger Junge Fleisch von einem infizierten Flughund gegessen und starb. Familienangehörige, sowie Nachbarn wurden daraufhin krank und schon bald breitete sich das Ebola-Virus zwischen den Grenzregionen von Guinea, Sierra Leone und Liberia aus. Im Verlauf des Jahres 2014 infizierten sich rund 20.200 Menschen mit dem Virus, rund 7.900 starben.

In Laboren und Isolierstationen steckt viel Reinraumtechnologie

Die Welt reagierte viel zu spät, als in Westafrika das Ebola-Virus ausbrach. Deutschland sendete erst im Dezember 2014 ein Ebola-Labor nach Mali. Dieses Labor diente aber lediglich der Diagnose, nicht der Behandlung. Ausgestattet mit einer hermetisch abgeschlossenen Handschuhbox um Blutproben von infizierten Personen zu untersuchen um sicher zwischen Ebola, Lassa und Malaria zu unterscheiden.

Deutschland hat das Wissen und die Technologien um in kürzester Zeit mehrere Isolierstationen mit Hunderten Betten aufzubauen. Zusätzlich können Firmen mobile wie auch stationäre Isoliereinheiten als temporäre Notfallsysteme herstellen und liefern. "Nach" Ebola könnte man die Isolierstationen desinfizieren und als normale Krankenhäuser, Schutzumgebungen oder medizinische Fürsorgebereiche einsetzen.

In abgeschlossenen Reinräumen lassen sich Umweltbedingungen wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Druck sowie Verunreinigen genau kontrollieren. Reinraumtechnologien wie Schleusen, Wand-, Tür- und Deckensysteme, Lüftungsregelungen, Hepa-Filter, Autoklavierung, thermische und chemische Abwasserbeseitigung oder auch Chemieduschen, lassen sich zur Herstellung von medizinischen Produkten, sowie zur Bekämpfung von schnell übertragbaren Infektionskrankheiten wie Ebola, Sars, Aids, Vogelgrippe, Lassa, oder Tuberkulose einsetzen.

Hochsicherheitslabore und Isolierstationen in Deutschland

Hochsicherheitslabore, oder BSL-3 und BSL-4 Labore (Biological Safety Level), stellen die höchste Sicherheitsstufe bei der Diagnostik und Erforschung von Krankheitserregern dar. In Deutschland stehen vier BSL-4 Labore zur Verfügung, in Marburg am Institut für Virologie der Philipps-Universität, am Friedrich-Loeffler-Institut auf der Ostsee- Insel Reims, in Hamburg, am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin und seit Februar 2015 auch am Robert-Koch-Institut in Berlin. Die Bauzeit für solche Einrichtungen beträgt drei bis vier Jahre.

Sieben Sonderisolierstation gibt es in Deutschland. Diese befinden sich in Berlin, Leipzig, Hamburg, Düsseldorf, Stuttgart, München und Frankfurt am Main. Obwohl mit einem Ebola-Ausbruch in Deutschland nicht zu rechnen ist, würde Deutschland bei etwa 30 infizierten Patienten mit den vorhandenen Einrichtungen an seine Grenzen stoßen.

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