Dienstag, 9. September 2014

Textilhygiene und Textilien-Desinfektion in medizinischen Einrichtungen

Fakten zur Textilyhgiene und Textilien-Desinfektion

Textilhygiene

Jährlich erkranken 600.000 - 800.000 Patienten an Krankenhauskeimen. Rund 40.000 sterben nach aktuellen Schätzungen daran. Krankenhauskeime können auch über Textilien übertragen werden, daher muss die Textilhygiene einen ähnlich hohen Stellenwert wie die anderen getroffenen Hygienemaßnahmen in einer medizinischen Einrichtung besitzen.

Je nach Wäscheart, bzw. Wäscheherkunft existieren verschiedene Vorgaben. So muss z.B. "Krankenhauswäsche", also alle Textilien, die bei Behandlungen, Pflege und Vorsorge der Patienten anfallen, desinfizierend gereinigt werden. Die Vorgaben kommen von Seiten des RKIs, des DGKH und ebenfalls der Berufsgenossenschaften. Schutzkleidung, sowie Arbeitskleidung des Personals und Reinigungstextilien, wie beispielsweise Wischmobbezüge, müssen nach entsprechender Vorschrift ebenfalls desinfizierend behandelt werden.

Den strengsten Vorgaben unterliegen im OP verwendete Utensilien und Textilien. Im OP getragene Textilien müssen eine generelle Schutzwirkung vor Keimen aufweisen. Im OP verwendete Textilien werden zusätzlich nach EU-Richtlinie und dem nationalen Medizinproduktgesetz als Medizinprodukte eingestuft. Somit müssen Textilien wie zum Beispiel OP-Abdecktextilien ganz besonderen Anforderungen Entsprechen: Sie müssen verhindern, dass Hautkeime des Patienten während der Operation durch diese Materialien in das Operationsfeld und von dort aus in die Operationswunde gelangen.

In der Textilhygiene ist Prävention ist das A und O

MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) und Sporen von Pilzen können auf trockener Wäsche überlebensfähig sein. Da man eine Vermischung von Textilien mit erregerhaltigem Material und Textilien ohne Erreger nicht voll und ganz ausschließen kann, wird von einer potentiellen Infektionsgefahr ausgegangen und man spricht generell von Infektionsverdächtiger Wäsche, welche desinfizierend gewaschen werden muss.

Wäschereien müssen eine Trennung von reinen und unreinen Bereichen vornehmen. Es müssen effiziente desinfizierende Waschverfahren entwickelt werden, die eine ausreichende bakterielle und virale Abtötung, sowie Inaktivierung darstellen. Zudem müssen Hygienepläne erstellt und eingehalten werden und Ärzte für Hygiene, Hygienebeauftagte und -Fachkräfte sorgen für eine maximale Hygienesicherheit in Krankenhäusern und anderen medizinischen Bereichen.

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